z’vü? voi vüü! – Neue Musik in St. Ruprecht

z’vü? voi vüü!
ist eine Konzertperformance, die ein Fragespiel mit dem Dialektwort (z)‘vü? zum Anlass nimmt, sich in eine vertiefte Auseinandersetzung in dem Wahrnehmungsfeld von vielen bzw. zu vielen Klangereignisse zu begeben. Es handelt sich um eine aktivierende Einladung an die Zuhörer_innen zum gemeinsamen Live-Experiment mit der Forschungsfrage: z’vü?
z’vü? voi vüü! setzt sich aus zwei im Kontrast zueinanderstehenden Teilen zusammen, die gleichzeitig einen maximalen Bezug zueinander haben, indem sie aus einem sich gegenseitig Gebären entstehen.
Als Ausgangsmaterial zur Forschungsfrage dient das Werk Cathédrale II, Mobile für 2-16 Harfen, wobei sich in diesem Fall für die Version für 8 Harfen entschieden wurde: Harfe Solo live und 7 weitere Harfen in zugespielter Form. Roman Haubenstock-Ramati konzipierte das Werk Cathédrale II als Raummusik, welches als Klanginstallation zu begreifen ist. Die Spielanweisung für die Mehrstimmigkeit ist ein ausgeklügeltes, hochkomplexes System. In einer graphischen Darstellung definiert Haubenstock-Ramati die bis zu 16 verschiedenen Reihenfolgen der 52 Strukturen aus dem Werk Cathédrale I für Harfe Solo, die anschließend ineinander gesetzt werden. Zu erleben ist für die Anwesenden eine klangliche Konstruktion, die sich durch ihre Dichte, Vielschichtigkeit und Farbenvielfalt charakterisiert, und deren Wirkung auf die Zuhörer unzweifelhaft mit vü! zu bezeichnen ist.
Aus diesem 25minütigen ersten Teil wird in Folge der zweite Teil entwickelt, welcher nun die Grenzbereiche der Forschungsfrage z’vü? ausloten soll und den eigentlichen Spannungsbogen der Performance darstellt: Die Elektronik bedient sich an den Bausteinen des Ursprungswerks Cathédrale I. Allerdings wird das Tonband-Material nun in Echtzeit bearbeitet, umgeformt, weitergestaltet und völlig frei verarbeitet. Der Solo-Harfe wird eine komplett neue Rolle im Klangraum zugewiesen. Sie stellt nun eine dritte Komponente in der neuen Komposition dar: in der Umgestaltung und Wandlung entstehen neue Lücken und Zwischenräume, die sie füllt, verbindet, sein lässt oder explizit (zer-)stört. Es entsteht ein Klangereignis, das in der ganzen Bandbreite zwischen brachialer und subtiler Musizierweise die Frage nach z’vü? stellen möchte.
Da z’vü? immer als eine individuell zu beantwortende Frage bestehen bleibt, lautet unsere Antwort, die sich im Verlauf der Perfomance ergibt: voi vüü!
